3.8.26- HR
Quelle: www.flw24.de
Mutiger Auftritt gegen einen ganz Großen des hessischen Fußballs
Die Vorfreude war im Vorfeld greifbar gewesen. Nach dem souveränen Meistertitel in der Verbandsliga und dem damit verbundenen Wiederaufstieg hatten die Verantwortlichen, Spieler und Fans des SV RW Hadamar diesem Moment wochenlang entgegengefiebert. Sechs intensive Vorbereitungswochen lagen hinter der Mannschaft, in denen die Grundlagen für die neue Herausforderung gelegt wurden. Nun war der große Tag endlich gekommen: Hessenliga-Fußball kehrte zurück an die Sportanlage „An der dicken Eiche“ in Niederhadamar.
Mit dem KSV Baunatal wartete allerdings direkt eine der schwierigsten Aufgaben der Liga. Die Nordhessen gehören seit Jahren zu den festen Größen der Hessenliga, belegten in der vergangenen Saison Rang fünf und führen die ewige Tabelle der Spielklasse an. Entsprechend ging die Favoritenrolle klar an den traditionsreichen Gast.
Doch wer erwartet hatte, dass sich der Aufsteiger zunächst vorsichtig herantasten würde, sah sich schnell getäuscht. Die Fürstenstädter gingen die Partie mit großem Selbstvertrauen an, zeigten von Beginn an eine hohe Intensität und nahmen die körperliche sowie spielerische Herausforderung sofort an.
Zwar übernahmen die Gäste zunächst erwartungsgemäß mehr Ballbesitz und versuchten, ihr gewohntes Kombinationsspiel aufzuziehen, doch Hadamar störte früh, arbeitete diszipliniert gegen den Ball und machte dem Favoriten das Leben schwer. Immer wieder gelang es den Rot-Weißen, die Angriffe der Nordhessen zu unterbrechen und selbst gefährliche Umschaltsituationen einzuleiten.
Dennoch zeigte sich die individuelle Klasse des KSV nach gut 25 Minuten. Mike Feigenspan nutzte einen perfekt getimten Steckpass, setzte sich durch und brachte Baunatal mit dem 0:1 in Führung. Ein Rückschlag für den Aufsteiger – doch keineswegs einer, der die Gastgeber aus dem Konzept brachte.
Im Gegenteil: Mit zunehmender Spieldauer wirkten die Fürstenstädter immer mutiger. Die Zweikämpfe wurden intensiver, das Spiel gewann an Tempo und Emotionen. Hadamar arbeitete sich immer besser in die Partie hinein und suchte nun selbst konsequent den Weg nach vorne.
Der verdiente Lohn folgte kurz vor der Pause. Nach einer abgewehrten Standardsituation erkannte Tolga Demirbas blitzschnell die Möglichkeit zum Konter und spielte einen punktgenauen langen Ball auf Raoul Petak. Der Angreifer setzte sich im Sprint gegen seinen Gegenspieler durch und ließ dem Baunataler Schlussmann keine Chance.
Mit diesem emotionalen Treffer ging es unter großem Applaus in die Halbzeitpause.
Raoul Petak Torschütze zum 1-1
Nervenstark bis zum Schlusspfiff – der perfekte Start ist geschafft
Auch nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine intensive Hessenliga-Partie auf hohem Niveau. Baunatal versuchte, den Druck wieder zu erhöhen und kam unmittelbar nach Wiederbeginn zu einer Großchance. Doch Brooklyn Wölfinger rettete in höchster Not auf der Torlinie und bewahrte seine Mannschaft vor dem erneuten Rückstand.
Diese Szene wirkte fast wie ein Weckruf für die Gastgeber. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Leon Wilki prüfte den Gästetorwart mit einem platzierten Abschluss, während Hadamar auch defensiv weiterhin mit großem Einsatz arbeitete. Besonders Torhüter Nemanja Saula sowie die gesamte Hintermannschaft überzeugten durch kompromisslose Zweikampfführung und hohe Konzentration.
Je länger die Partie dauerte, desto deutlicher wurde, dass sich die Fürstenstädter keineswegs mit einem Achtungserfolg zufriedengeben wollten. Sie glaubten an ihre Chance auf den großen Coup.
Diese bot sich schließlich nach gut einer Stunde. Leon Wilki drang über die linke Seite in den Strafraum ein und wurde regelwidrig zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Punkt. Brooklyn Wölfinger übernahm Verantwortung, behielt die Nerven und verwandelte den Strafstoß sicher zur viel umjubelten 2:1-Führung.
Spätestens jetzt war die Stimmung „An der „dicken Eiche“ endgültig entfacht. Die Zuschauer peitschten ihre Mannschaft lautstark nach vorne, während auf dem Platz um jeden Ball gekämpft wurde. Die Gäste warfen in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, erhöhten den Druck und schickten sogar ihren Torhüter bei den letzten Standardsituationen mit in den Strafraum.
Doch die Defensive der Rot-Weißen hielt dem Ansturm stand. Mit großer Leidenschaft, enormem Einsatzwillen und bemerkenswerter Geschlossenheit verteidigten die Hadamarer jeden Angriff des Favoriten weg. Jeder gewonnene Zweikampf wurde von den Fans gefeiert, jede gelungene Klärungsaktion brachte die Mannschaft dem ersehnten Schlusspfiff ein Stück näher.
Kapitän Wölfinger verwandelt den Foulelfmeter zum 2-1 Siegtreffer (
Als der Unparteiische die Begegnung nach intensiven 90 Minuten beendete, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Spieler, Trainerteam und Anhänger feierten gemeinsam einen Auftakt, wie ihn sich rund um den Verein kaum jemand hätte schöner ausmalen können.
Für den SV RW Hadamar war dieser Erfolg weit mehr als nur der erste Dreier der neuen Saison. Die Fürstenstädter bewiesen eindrucksvoll, dass sie in der Lotto Hessenliga angekommen sind und sich auch gegen etablierte Spitzenteams keineswegs verstecken müssen. Besser hätte die Rückkehr in die Hessenliga kaum verlaufen können. Der erste Heimauftritt der neuen Spielzeit machte Lust auf mehr – und dürfte den Fürstenstädtern zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben in geben.
Aufstellung RW Hadamar : Saula, Kosuchin, Wölfinger ,Hindic, Brewer- Hagney, Burkhardt(76.Rieble), Demirbas,(86.Halimi) - Sapper,(65.Neugebauer) Petak,(74.Samilij) Wilki (84.M Zouaoui)
Tore: 0-1 Feigenspan (26.Min) 1-1 Raoul Petak (43.) 2-1 Brooklyn Wölfinger (69.FE)